grafisches element: inhaltsbegrenzung

Lernen über Körperbewegung

Fachtagung: "Lesen und Schreiben lernen - (k)ein Kinderspiel"

Gelnhäuser Neue Zeitung, 17.06.2006: Bad Orb (nu). Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) der Comenius-Schule Bad Orb in der Spessart-Kinik Bad Orb hatte zu einer Fachtagung mit dem Thema "Lesen und Schreiben lernen - (k)ein Kinderspiel" eingeladen, die mit sehr vielen Teilnehmern eine außerordentlich große Resonanz fand. Damit zeigte sich, welche große Bedeutung die Fragen haben, die sich mit der Erörterung der Voraussetzungen für den Erwerb der Schriftsprache befassen.

Edmund Fröhlich, der Geschäftsführer der Spessart-Klinik, hieß alle Teilnehmer willkommen und wes in seiner Ansprache darauf hin, dass dieses Forum von informativen Vorträgen und interessanten Workshops geprägt sei, bei denen Hören und Diskutieren im Vordergrund stünden. "Unbestritten dürfte sein, dass eine gefestigte Lesefähigkeit auch in der heitigen Zeit, die wir ja manchmal als 'Wissensgesellschaft' bezeichnen, der Schlüssel für einen kompetenten und selbstverantwotlichen Umgang mit allen Medien ist", sagte Fröhlich. Es gehe aber beim Lesen bekanntlich nicht nur um das informatorische Verstehen von Sachverhalten, sondern auch um Emotionen und Persönlichkeitsentwicklung, Wertevermittlung, um Phantasie und Kreativität.

Für viele Kinder sei "lesen und schreiben lernen" ein Kinderspiel, denn sie würden ihrer natürlichen Neugier folgen, Lust am Spieltrieb haben und ihre Umwelt kennen lernen. Aber da gäbe es auch die anderen Kinder, für die lesen oder schreiben lernen alles andere als einfach sei. "Dies frühzeitig im Vorschulalter zu erkennen mit seinen entwicklungshemmenden Faktoren, und Strategien zu entwickeln, das wird heute im Mittelpunkt der Tagung stehen", kündigte Edmund Fröhlich abschließend an und überlies das Podium Bernhard Schüch, dem Leiter des Heilpädagogischen Zentrums.

Die Tagung war eine interdisziplinäre Begegnung von Fachkräften aus Kindergärten, Kindertagesstätten, von Lehrern aus Vor- und Grundschulen, von Kinderärzten sowie interessierten Eltern aus der Region. Die erste Referentin der Tagung, die Diplom-Psychologin Petra Küspert von der Universität Würzburg, erläuterte in ihrem Vortrag mit einer sehr prägnanten Präsentation die Möglichkeiten der frühen Prävention von Lese-Rechtschreibproblemen durch die Förderung der phonologischen Bewusstheit. Im Anschluss referierte der Diplom-Motologe Prof. Dr. Michael Wendler, der Professor der Didaktik und Methodik der Heilpädagogik an der evangelischen Fachhochschule Bochum, über das Thema "Handeln, Sprechen, Schreiben - Schriftspracherwerb durch Bewegung". "Kinder lernen anders", sagte Michael Wendler.

In den vielfältigen Lernprozessen würden sich Kinder ihre Erkenntnisse schrittweise über den eigenen Körper erobern. Er diene dem Kind als Weg für (vor-)schulische Bildungsprozesse. Ausführlich erläuterte er weiter, wie sich Kinder die Gegebenheiten der Welt schrittweise körperlich-leiblich aneignen und wie sie sich das erworbene Wissen für Bildungsbereiche nutzbar machen können.

In einem Workshop der beiden Referenten konnten die jeweiligen Themen nochmals vertieft werden. So berichtete Tanja Simon über "Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb - ganzheitliche Diagnostik für Kinder" und die Logopädin Heide Steinmill hatte als Thema "Phonologischer Spracherwerb im Kindesalter und seine Auswirkungen auf spätere schulische Leistungen".

Ein fünfter und letzter Workshop wurde schließlich abgehalten von Bernd Günther zu dem Thema "Aspekte der Lesefrühförderung - anfänglicher Leseprozess und Lesediagnostik durch teilnehmende Beobachtung". Den Abschluss der agung bildete eine sehr angeregte und lebhafte Podiumsdiskussion.

Der Artikel ist urheberrechtlich geschützt und Eigentum der Gelnhäuser Neue Zeitung oder der Autorin bzw. des Autors. Wir danken für die Erlaubnis, den Artikel an dieser Stelle zu veröffentlichen. Zur Homepage der Gelnhäuser Neue Zeitung.

zur Druckversion >>

 

letzte Änderung: 10.02.2010 Seite:


grafisches element: inhaltsbegrenzung